Buddhismus im Überblick

Gebetsmühlen des tibetischen Buddhismus

Gebetsmühlen im tibetischen Buddhismus

Allgemeine Fragen zum Buddhismus in Österreich:

In Österreich leben rund 15 000 bis 25 000 Buddhisten mit stark steigender Tendenz. Allerdings dürften sich eine weitaus größere Anzahl von Menschen zu dieser Religion hingezogen fühlen und Teile der Glaubenspraxis in ihren Lebensalltag integrieren, ohne sich offiziell zum Buddhismus zu bekennen.

Der Buddhismus ist in Österreich seit 1983 eine staatlich anerkannte Religion. Damit war Österreich eines der ersten Länder in Europa, in dem diese Anerkennung amtlich wurde.

Die österreichisch buddhistische Religionsgesellschaft ist die offizielle und staatlich anerkannte Vertretung der Buddhisten in Österreich und vereint damit auch die unterschiedlichen buddhistischen Traditionen unter einem Dach. Sie organisiert verschiedene Serviceleistungen und Einrichtungen für Buddhisten.

Die österreichisch buddhistische Religionsgesellschaft organisiert und betreut:

  • den buddhistischen Religionsunterreicht
  • ein mobiles Hospiz und Krankenbegleitung
  • Gefangenenbegleitung
  • den Flüchtlingsdienst KARUNA
  • den buddhistischen Friedhof in Wien

Buddhist wird man durch eine Zeremonie, die „Zufluchtnahme“ genannt wird. Offiziell und amtlich als Buddhist gilt man durch eine Mitgliedschaft bei der österr. buddh. Religionsgemeinschaft.

Es wird an einzelnen Schulen und in einzelnen Bundesländern ein Religionsunterricht für Kinder und Jugendliche organisiert. Näheres hier.

Glaubensinhalte des Buddhismus:

Nein, Buddhisten glauben an keinen Gott.

Buddha (der „Erleuchtete“)

  • lebte vor rund 2500 Jahren in Indien
  • stammte aus einem wohlhabendes Fürstenhaus
  • wuchs behütet auf und erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung
  • verließ mit 29 Jahren sein Königtum und widmete sich dem spirituellen Leben
  • suchte in Meditation seinen inneren Weg
  • und erreichte mit 35 Jahren die Erleuchtung (erlangte die Buddhaschaft)
  • und war dann 45 Jahre lang Lehrer für Suchende

Die „Erleuchtung“, auch „Erwachen“, bedeutet die Überwindung von leidbringenden Gefühlen oder Verhaltensweisen. Der „Erwachte“ hat das Leiden überwunden und empfindet nur noch Frieden. Ein Buddha (abgeleitet vom Wort bodhi, erwachen, erleuchten) ist ein Erleuchteter.

Die 4 edlen Wahrheiten sind:

  1. alles Dasein ist unvollkommen und dem Leiden unterworfen
  2. die Ursachen dafür sind Unwissenheit, Verlangen und Abneigungen im eigenen Geist
  3. durch das Erlöschen der Ursachen erlischt auch das Leiden
  4. zum Erlöschen der Ursachen führt der vom Buddha gewiesene achtfache Pfad

Der 8fache Pfad wurde von Buddha gelehrt und ist:

  1. die rechte Einsicht
  2. die rechte Gesinnung
  3. die rechte Rede
  4. das rechte Tun
  5. der rechte Lebenserwerb
  6. die rechte Anstrengung
  7. die rechte Achtsamkeit
  8. die rechte Konzentration

Man kann diese 8 Schritte in 3 Hauptgruppen zusammenfassen:

  • Wissen und Weisheit (1+2)
  • Ethisches Handeln (3+4+5)
  • Sammlung und Meditation (6+7+8)

Karma bedeutet das Gesetz von Ursache und Wirkung. Heilsame Handlungen führen zu heilsamen Wirkungen, unheilsame Handlungen zu unheilsamen Wirkungen. Es gibt kein vorherbestimmtes Schicksal, sondern jeder Mensch bestimmt sein Karma durch seine Handlungen. Daher muss er sein Bemühen auf heilsame Handlungen richten.

Unter Samsara versteht man den Existenzkreislauf, das Werden und Vergehen seiner „slebst“. Der Körper vergeht, das Karma wirkt in einer folgenden Existenz weiter. Nur durch die Erleuchtung kann man aus diesem Kreislauf befreien (Nirvana).

Nirvana ist die Befreiung aus dem Existenzkreislauf durch Erleuchtung. Nirvana ist kein Ort, sondern ein Zustand.

Durch das Gesetz von Ursache und Wirkung ist jeder Mensch für die Wirkungen seiner Handlungen selbst verantwortlich. Durch das Bemühen um heilsame Handlungen kann man sich und die Welt in eine heilsame Richtung ändern. Dabei werden Buddhisten von den Leitlinien Weisheit und Mitgefühl getragen.

Glaubenspraxis der Buddhisten:

Buddhisten unterscheiden nicht zwischen gut und böse, sondern zwischen heilsamen und unheilsamen Handlungen. Sie versuchen den Geist und ihr ethisches Verhalten zu schulen und den Zusammenhang zwischen Wirkungen und Handlungen zu erkennen.

Die 5 buddhistischen Ethikregeln lauten:

  1. Ich verspreche mich darin zu üben, keine fühlenden Wesen zu töten oder zu verletzen!
  2. Ich verspreche mich darin zu üben, mir nicht Gegebenes nicht zu nehmen!
  3. Ich verspreche mich darin zu üben, meine Sinne verantwortungsbewusst zu gebrauchen und niemandem durch sexuelles Fehlverhalten zu schaden!
  4.  Ich verspreche mich darin zu üben, meine Worte achtsam zu gebrauchen und auf die Wirkung meiner Rede zu achten!
  5.  Ich verspreche mich darin zu üben, meinen bereits getrübten Geist nicht durch berauschende Mittel weiter zu verblenden!

Nonnen und Mönche unterliegen noch einer Vielzahl weiterer Regeln.

Durch Meditations- und Achtsamkeitsübungen lernen Buddhisten, sich selbst, die Mitmenschen und die Umwelt der Wirklichkeit entsprechend zu sehen. Sie stärken dabei auch das Mitgefühl für alle Lebewesen. Meditation ist ein Geistestraining, das allmählich zur Buddhaschaft führen kann. Je nach buddhistischer Tradition gibt es unterschiedliche Wege der Meditation.

Die Ziele des Geistestrainings sind

  • das Entfalten der inneren Fähigkeiten
  • das Entwickeln von Liebe und Mitgefühl
  • das Erlangen von Geistesruhe und Erkenntnis
  • und schlussendlich das Verwirklichen der vollkommenen Erleuchtung

Es gibt viele verschiedene buddhistische Traditionen, die sehr stark regional und kulturell geprägt sind. Alle bauen sie jedoch auf dem Grundgerüst der 4 edlen Wahrheiten auf.

buddhistische Traditionen in Österreich:

Theravada zählt zu den ältesten Schultraditionen des Buddhismus, vor allem in Thailand, Sri Lanka, Kambodscha verbreitet.

auch „Großes Fahrzeug“ genannt, dazu zählen auch der Zen-Buddhismus sowie japanische oder koreanische Traditionen.

wir auch als „Diamantweg“ bezeichnet. Dazu zählen auch die tibetischen Traditionen.

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Wir bedanken uns bei der österreichisch buddistischen Religionsgesellschaft, die uns die Informationen zur Verfügung gestellt hat.

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