Begriffe – Lexikon

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Manche Begriffe aus dem multikuturellen Bereich sind für viele Menschen unbekannt oder unverständlich. Hier der Versuch die wichtigsten Begriffe kurz zu erläutern. Diese Liste wird ständig erweitert.

A

Die zwangsweise Vollstreckung der Ausreise von Personen, die sich unrechtmäßig im Land aufhalten (meist abgelehnte Asylwerber).
Asylberechtigte sind als Flüchtlinge anerkannt, dh. ihr Asylantrag wurde positiv entschieden. Sie dürfen dauerhaft in Österreich bleiben und sind österreichischen Staatsbürgern weitgehend gleichgestellt.
Zeugnisse und Bildungsabschlüsse, die im Ausland erworben wurden, können in Österreich anerkannt werden. Die Zuständigkeit hängt davon ab, in welchem Beruf und in welchem Land der Abschluss erworben wurde. Mehr Informationen erhält man auf der Seite: www.berufsanerkennung.at
Judenfeindlichkeit, Ablehnung und Benachteiligung von Angehörigen des Judentums.
Unter Assimilation ist die vollständige kulturelle Anpassung von Menschen, die nach Österreich zuwandern. Eine Erwartung, die vielfach vorherrscht, aber unmenschlich und unrealistisch ist. Andere Begriffe wären Integration und kulturelle Vielfalt.
Asyl in Österreich erhalten Menschen, die wegen ihrer Religion, Nationalität oder politischen Überzeugung mit dem Leben bedroht sind. Dies gilt ebenso für Angehörige von Minderheiten (ethnische Gruppen) oder der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen (zB. Homosexualität). Die völkerrechtliche Grundlage für die Gewährung von Asyl bildet die Genfer Flüchtlingskonvention.
Menschen, die in Österreich um Asyl ansuchen, sind solange Asylwerber, bis ihr Asylverfahren mit einem Bescheid (positiv oder negativ) abgeschlossen ist. Erst mit einem positiven Bescheid werden sie zu einem (anerkannten) Flüchtling.
Menschen aus Nicht-Eu-Länder (= Drittländern) benötigen für den legalen Aufenthalt in Österreich eine Aufenthaltsbewilligung. Diese wird nur unter bestimmten Voraussetzungen (zB. Einkommen, Unterkunft) und für bestimmte Zwecke (zB. Schüler, Studierender, Künstler ua.) ausgestellt. Zudem ist sie meist auf 12 Monate befristet und muss danach verlängert werden. Mehr Informationen über Voraussetzungen und Bestimmungen findest du hier.
Wollen Menschen aus Nicht-EU-Ländern (= Drittländern) sich länger als 6 Monate in Österreich aufhalten, benötigen sie zur Einreise einen Aufenthaltstitel, der ihrem Aufenthaltszweck entspricht. Bei weniger als 6-monatigem Aufenthalt wird ein Visum ausgestellt. Mehr Informationen über Voraussetzungen und Bestimmungen findest du hier
Ausländer sind Menschen in Österreich, die nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Dieser Begriff ist zu unterscheiden vom Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund“.

B

Die Sprachen Bosnisch, Kroatisch und Serbisch werden oft mit BKS abgekürzt.
Die „Blaue Karte EU“ ist ein Aufenthaltstitel für besonders hochqualifizierte Menschen aus Nicht-Eu-Ländern (= Drittländer). Diese berechtigt zum Aufenthalt in der EU für bis zu 2 Jahren.
Der Verlust gut ausgebildeter und talentierter Menschen durch Abwanderung.
Der volkswirtschaftliche Gewinn durch die Zuwanderung besonders gut ausgebildeter und talentierter Menschen.
Der volkswirtschaftliche Verlust, der entsteht, weil Abschlüsse von gut ausgebildeten Menschen nicht anerkannt werden und sie daher nicht in diesen Berufen arbeiten können.

C

eine ethnische, religiöse oder kulturelle Gemeinschaft

D

Unter Diaspora versteht man ethnische oder religiöse Gruppen, die ihre Heimat verlassen haben und im Ausland leben.
Diversität betont die Vorteile der Vielfalt an Geschlecht, Ethnie, Religion, Alter, sexuelle Orientierung, Behinderung.
Diversity Management wird in der Arbeits- und Wirtschaftswelt immer wichtiger. Es versucht die Vielfalt der Mitarbeiter zum wirtschaftlichen Erfolg zu nutzen.
Alle Länder dieser Welt, ausgenommen die Länder der EU, EWR und der Schweiz. Ihre Staatsbürger nennt man Drittstaatenangehörige.

E

Unter Einbürgerung versteht man die Verleihung der Staatsbürgerschaft.
Wenn in einem Land die Bevölkerung durch Zuwanderung / Einwanderung stark wächst, nennt man dies ein Einwanderungsland.
Menschen, die aus dem Ausland zugewandert sind, nennt man „erste Generation“ der Zuwanderer.
Die Erstsprache ist jene Sprache, die man als Kind als erstes lernt – meist in familiärer Umgebung. Manchmal wachsen Kinder auch mit 2 Sprachen gleichzeitig auf (= bilingual).

F

Unter bestimmten Voraussetzungen können Österreicher oder ausländische Staatsbürger, die in Österreich niedergelassen sind, ihre Familienangehörigen nachholen. Zu Familienangehörigen zählen Ehegatten oder eingetragene Partner sowie minderjährige ledige Kinder, Stief- und Adoptivkinder. Voraussetzungen dafür sind zB. Einkommen, Wohnung, Versicherung ua.
Ein Flüchtling ist ein Mensch, der aus Angst vor Verfolgung sein Heimatland verlassen musste und sich nicht mehr auf den Schutz durch dieses Heimatland verlassen kann. Zum anerkannten Flüchtling wird er, wenn sein Asylverfahren positiv abgeschlossen ist.
Unter Fremdenrecht versteht man alle gesetzlichen Regelungen, die nur auf Staatsbürger eines fremden Landes Anwendung finden.

G

Als Gastarbeiter wurde die erste Generation von Zuwanderern bezeichnet, die als Arbeitsmigranten angeworben wurden. Anfangs ging man nur von einem zeitlich befristeten Aufenthalt aus.
Die „erste Generation“ sind Menschen, die aus dem Ausland zugewandert sind. Als „zweite Generation“ werden die Kinder der zugewanderten Menschen bezeichnet, die bereits in Österreich geboren wurden. „Erste Generation“ und „zweite Generation“ gemeinsam werden als „Menschen mit Migrationshintergrund“ bezeichnet.
Dies ist eine internationale Vereinbarung, die regelt wer und unter welchen Voraussetzungen jemand ein Flüchtling ist sowie welche Pflichten die Aufnahmestaaten und auch der Flüchtling zu erfüllen haben.

H

Dieses kann der Landeshauptmann als erste Instanz gewähren, vor allem in Fällen, in denen eine Ausweisung aus Gründen der Achtung des Familien- und Privatlebens (Art. 8 europ. Menschenrechtskonvention) auf Dauer unzulässig ist.

I

Einwanderung oder Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland
Eine erfolgreiche Integration liegt vor: 1. bei ausreichenden Deutschkenntnissen für das Arbeitsleben, die Aus- und Weiterbildung und den Kontakt zu öffentlichen Einrichtungen 2. wenn sich die zugewanderte Person selbst erhalten kann 3. bei Einhaltung und Anerkennung des österreichischen und europäischen Rechts- und Wertesystems (Definition des Nationalen Aktionsplanes für Integration)
Die Integrationsvereinbarung muß von allen Zuwanderer aus Drittstaaten erfüllt werden und sieht den Nachweis von Deutschkenntnissen auf dem Niveau A2 innerhalb von 2 Jahren vor. Weiterführende Deutschkenntnisse müssen für ein unbefristetes Aufenthaltsrecht sowie den Erwerb der Staatsbürgerschaft nachgewiesen werden.
Islamfeindlichkeit, Ablehnung und Benachteiligung von Muslimen

M

Menschen, die von einem Wohnort oder Land zu einem anderen Wohnort oder Land wandern
Menschen mit Migrationshintergrund sind Menschen, deren Eltern im Ausland geboren wurden (Definition der Statistik Austria).
ist eine Bevökerungsgruppe im Land, die in ethnischer, religiöser oder nationaler Hinsicht nicht der Bevölkerungsmehrheit im Land entspricht.

N

Unter Niederlassung versteht man einen mehr als 6-monatigen Aufenthalt bzw. Wohnsitz eines ausländischen Staatsbürgers in Österreich.
die Anerkennung von Schulabschlüssen, die im Ausland erworben wurden
die Anerkennung von ausländischen akademischen Graden

P

sind ethnisch homogene Bevölkerungsgruppen, die sich räumlich, sozial und kulturell von der Mehrheitsgesellschaft abschotten.

R

Rassismus betrachtet „Andere“ nicht als gleichwertig. Er definiert, dass die „Rasse“ für bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften von Menschen verantwortlich ist.
ist ein Punktesystem, das besonders Hochqualifizierten und Fachkräften die Zuwanderung ermöglicht.

S

Schlüsselkräfte sind Menschen aus dem Ausland, die für die österreichische Wirtschaft besonders wichtig sind (zB. Fachkräfte, Hochqualifizierte)
Die Schubhaft wird nicht von einem Gericht verhängt, sondern von einer Verwaltungsbehörde per Bescheid ausgesprochen. Sie kann über Fremde verhängt werden, wenn die Zurückschiebung oder Abschiebung vollstreckt werden soll oder noch die Identität geklärt werden muß.
Die österreichische Staatsbürgerschaft erwirbt man entweder durch Abstammung oder durch Verleihung. Für die Verleihung müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Doppelstaatsbürgerschaften gibt es nur in Sonderfällen.
sind Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, deren Leben oder Gesundheit im Herkunftstaat trotzdem in Gefahr ist. Sie erhalten einen befristeten Schutz vor Abschiebung.

V

Ein Visum ist eine Bestätigung im Pass, die die Einreise, Durchreise oder befristeten Aufenthalt durch ein fremdes Land erlaubt. Es wird unter gewissen Voraussetzungen vom fremden Land ausgestellt. Mehr Informationen über Voraussetzungen und Bestimmungen findest du hier.
sind Gruppen von österreichischen Staatsbürgern, die eine nichtdeutsche Muttersprache und ein eigenes Volkstum haben. Sie leben nur in bestimmten Teilen Österreichs. Es gibt 6 anerkannte Volksgruppen: die burgenlandkroatische, die slowenische, die ungarische, die tschechische, die slowakische sowie die Volksgruppe der Roma.

W

Eine Person, die aus wirtschaftlichen Gründen wie Hunger, Armut, Arbeitslosigkeit oder Krankheit in ein anderes Land flüchtet und dort um Asyl ansucht. Diese Personen erhalten zumeist einen negativen Asylbescheid.

X

ein Begriff für Fremdenfeindlichkeit, die aus Furcht vor dem Fremden hervorgerufen wird.

Z

Die Rückführung von Personen in das Aufenthaltsland vor Grenzübertritt, wenn dieser bereits erfolgt ist und die Personen über keine gültigen Einreisedokumente verfügten. Die Zurückschiebung erfolgt meist innerhalb von 6 Monaten.
Die Verweigerung der Einreise von Personen ohne gültige Einreisedokumente bereits an der Grenze.

 

Wir bedanken uns bei der Medienservicestelle für die zur Verfügung gestellten Informationen.

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