Einwanderung & Aufenthalt

Grenzschild

Fragen zu Einwanderung und Aufenthalt:

Hier gibt es 2 Möglichkeiten: EU-Bürger dürfen sich 3 Monate ununterbrochen in Österreich aufhalten, anschließend benötigen sie eine Aufenthaltsbescheinigung. Drittstaatenangehörige können sich mit einem Einreisevisum als Touristen, Geschäftsleute oder zu Studienzwecken bis zu 6 Monate in Österreich aufhalten. Sollten sie einen längeren Aufenthalt beabsichtigen, müssen sie bereits vor Einreise einen zweckgebundenen Aufenthaltstitel beantragen.

In aufenthaltsrechtlichen Fragen sind die Bürger folgender Länder den EU-Bürgern gleichgestellt: Schweizer Staatsbürger und EWR-Bürger (Staatsbürger aus Island, Liechtensein, Norwegen). Für sie gelten die erleichterten unionsrechtlichen Aufenthaltsbedingungen.

Drittstaatenangehörige sind Bürger aus Staaten, die NICHT zur EU, EWR oder die Schweiz gehören. Für sie gelten die erschwerten Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen.

EU-Bürger und ihnen gleichgestellte Bürger erhalten bei den Bezirkshauptmannschaften bzw. den Magistraten eine Anmeldebescheinigung, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllten. 1. sie verfügen in Österreich über einen Arbeitsplatz oder sind selbständig tätig 2. oder sie haben ausreichende Ersparnisse, Einkommen oder Vermögen, um sich den Aufenthalt hier leisten zu können oder 3. sie verfügen über einen Ausbildungsplatz oder Studienplatz und können sich selbst erhalten.

Drittstaatenangehörige können einen zweckgebundenen Aufenthaltstitel für folgende Zwecke erhalten: 1. als Saisonarbeitskraft 2. als Betriebsentsandter oder Selbständige 3. als Künstler oder Forscher 4. als Schüler oder Studierender 5. als Familienangehörige 6. als Schlüsselarbeitskraft (Rot-Weiß-Rot-Karte). Immer müssen sie jedoch über ein ausreichendes Einkommen oder Vermögen, über eine ortsübliche Unterkunft sowie eine Krankenversicherung verfügen. Zusätzlich kommen noch Auflagen, die sich aus dem Aufenthaltszweck ergeben (zB. Studienplatz für Studierende). Der Aufenthaltstitel muss bei der österreichischen Botschaft oder Konsulat im Ausland beanstragt werden und wird zunächst befristet (meist 1 Jahr) ausgestellt und kann im Inland verlängert werden.

EU-Bürger und ihnen gleichgestellte Bürger haben nach 5 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt in Österreich das Recht auf eine „Bescheinigung zum Daueraufenthalt“. Drittstaatenangehörige können das „Daueraufenthaltsrecht – EU“ erhalten, wenn sie sich 5 Jahre lang ununterbrochen und rechtmäßig in Österreich aufgehalten haben und das „Modul2 der Integrationsvereinbarung“ erfüllen. Dieser „Daueraufenthalt – EU“ muss zwar alle 5 Jahre erneuert werden, berechtigt jedoch zu unbefristetem Aufenthalt (Niederlassung) und unbeschränktem Arbeitsmarktzugang.

Die Integrationsvereinbarung (IV) soll der Integration von Drittstaatenangehörigen dienen und zielt vor allem auf den Erwerb der deutschen Sprache ab. Sie besteht aus 2 Modulen, wobei das Modul 1 einem Spachniveau A2 entspricht (einfache Sprachkenntnisse) und für die Erstanstragstellung von bestimmten Aufenthaltstiteln notwendig ist. Modul2 enspricht den erweiterten Sprachkenntnissen des Niveau B1 und ist Voraussetzung für einen „Daueraufenthalt – EU“ sowie die Erteilung der Staatsbürgerschaft.

Für einige Aufenthaltstitel müssen Drittstaatenangehörige bereits VOR dem Erstantrag einen Deutschkurs machen. Dies betrifft vor allem Familienangehörige, aber auch Menschen, die sich nur in Österreich niederlassen wollen, aber von einem Einkommen oder Vermögen aus dem Ausland leben. Die Deutschkenntnisse müssen Niveau A1 erreichen, also auf dem Niveau eines Beginners sein, und bereits beim Erstantrag im Ausland vorgewiesen werden.

Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen Menschen, die einen Rechtsanspruch auf die Staatsbürgerschaft haben sowie jenen, denen die Staatsbürgerschaft nach Ermessen der behörden aufgrund besonderer Bedeutung verliehen wird. Einen Rechtsanspruch haben unter anderem Ehepartner von Österreichern (nach 5jähriger Ehe und 6jährigem Aufenthalt), Asylberechtigte (nach 6 Jahren), ausländische Kinder, die in Österreich geboren wurden (nach 6 Jahren). Alle anderen müssen sich zumindest 10 Jahre in Österreich aufhalten. Für alle gilt aber: sie müssen unbescholten sein, ein gesicherter Lebensunterhalt muß gegeben sein, Deutschkenntnisse müssen nachgewiesen werden sowie eine Prüfung über die demokratische Ordnung und die Grundprinzipien und Geschichte Österreichs muß bestanden werden.

Grundsätzlich kann jeder Familienangehörige nachholen, wenn er über die nötigen Wohnverhältnisse sowie Einkommensverhältnisse verfügt (dazu gibt es jährliche Richtwerte). Wenn die Angehörigen EU-Bürger oder ihnen gleichgestellt sind, dann zählen jedoch nicht nur Ehepartner, Kinder, Lebenspartner und sonstige Verwandte in gerader Linie (Eltern, Großeltern, Urgroßeltern – Kinder, Enkelkinder, Urenkel) zu den Angehörigen, sondern auch sonstige Verwandte, die bereits im gemeinsamen Haushalt mitgewohnt haben und denen Unterhalt gewährt wurde. Sind die Angehörigen hingegen Drittstaatenangehörige, dann dürfen nur Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder nach Österreich nachgeholt werden.   

Um einen Aufenthaltstitel für sich und seine Angehörigen zu erlangen muss man zumindest folgendes Nettoinkommen nachweisen (Stand 01.01.2015): Einzelperson: 872,31 Euro, Ehepartner: 1307,89 Euro, pro Kind: 134,27 Euro. Bei mehreren erwachsenen Personen müssen die Beträge für Einzelpersonen zusammengezählt werden. Grundsätzlich werden nur laufende Kosten von 278,72 Euro berücksichtigt, sollten Miete und Co. mehr betragen, dann müssen diese Mehrbeträge zusätzlich nachgewiesen werden. Einen sehr guten Ratgeber zum Thema gibt es hier:Unterhaltsbroschüre des Innenministeriums

 

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